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Sunshine-Club “Flinkes Paddel” Anhalt

Müritz - Schwerin

Paddeltour von der Müritz zum Schweriner See

19.7.97 bis 30.7.97

Als Einsatzort für unsere Urlaubstour wählten wir den Campingplatz C100 kurz vor Waren direkt an der B192. Endlich hatten wir nach stundenlanger Arbeit unsere Faltboote (alles RZ85 aus Pouch) aufgebaut und unser Gepäck verstaut. Bei diesigem Wetter stachen wir "in See" und hofften auf einen ruhigen Kölpinsee. Doch Petrus spielte nicht mit. Starker Wind von vorn, Regen und Wellen erwarteten uns. Da half nur eins, keine Pausen und Durchhalten. Nach 3 Stunden harter Arbeit erreichten wir völlig durchnässt und erschöpft den Fleesensee und legten am Campingplatz C097 bei Axenberg an. Eine Stunde später fühlten wir uns in warmen Sachen, frisch geduscht und bei einem heißen Tee schon wieder fit.

Katrin und Oliver auf dem Plauer See

Vom Fleesensee ging es nach Malchow. Malchow ist eine kleine Stadt, gut geeignet für eine Pause verbunden mit Einkauf. Am Plauer See angekommen fanden wir ein idyllisches Plätzchen zum Zelten an einer Pferdekoppel (500m weiter liegt der Zeltplatz C075). Ca.85 km Elde- und Störkanal mit 8 Schleusen lagen nun vor uns. Nach dem wir in Plau die Schleuse passiert hatten, nutzten wir die Zeit für ein üppiges Mittagsmahl und zum Auffrischen unserer Lebensmittelvorräte. Unsere erste Kanalnacht verbrachten wir auf dem idyllischen Rastplatz für Wasserwanderer bei Kuppentin. Am nächsten Tag paddelten wir bis nach Lübz. Der kleine Sportboothafen mit Zeltmöglichkeit bietet sich richtig zum Übernachten an. Am Abend kann man dann frisch geduscht ein gepflegtes Bier in einer Gaststätte im Ort trinken.

Der Plauer See

Unterwegs passierten wir die Bobziner Schleuse. Es ist die Schleuse mit dem größten Höhenunterschied von der gesamten Tour. Für uns ging es glücklicherweise ganz sanft von oben nach unten. In umgekehrter Richtung, also beim Fluten, ist in der Schleuse der Teufel los.

In der Schleuse Bobzin

In der Bobziner Schleuse zwischen Plau und Lübz geht es für uns 6,90m nach unten.

Wir genossen die Ruhe und die Schönheit der Kanallandschaft. Bis zum Schweriner See boten sich viele Möglichkeiten zum Anlegen (z.Bsp. die schöne Stadt Parchim) und Campen. Man hat auch die Möglichkeit Zeltplätze mit "Komfort" (z.Bsp. Duschen) anzupaddeln oder auch nur an idyllischen Plätzen Abenteuer- und Lagerfeuer-Romantik zu genießen. Es geht nichts über eine kalte Dusche aus einer alten Pumpe eines mecklenburgischen Dorfes.

In Parchim

Nach 9 Tagen erreichten wir endlich im Regen den Schweriner See. Auf dem Campingplatz B029 legten wir einen weiteren Ruhetag ein. Empfehlenswert ist ein Besuch in der Stadt Schwerin (Zoo, Schloss). Das letzte Mal packten wir unsere Boote und stachen bei günstigem Wind in See. Unser Ziel war Retgendorf, ideal zum Abbauen. Schöne Bademöglichkeiten und große Wiesen. Eine erlebnisreiche Tour war zu Ende. Nur 18 km trennten uns noch von der Ostseeküste. Diese fuhren wir mit dem Auto und beendeten unseren Urlaub mit einigen erholsamen Tagen am herrlichen Ostseestrand.

Es war ein schöner Urlaub!

Rast im Störkanal

Ein herzliches Dankeschön dem Autor dieses Textes, Bianka Bonin!

Tipps !

Die Strecke von 135 km ist in 2 Wochen bequem zu schaffen. So hat man die Möglichkeit, immer dort einen Ruhetag einzulegen, wo es einem gefällt. Besonders wenn man auch kleine Kinder wie wir mit hat. Für erfahrene und sportliche Wasserwanderer ist diese Strecke in 4 bis 5 Tagen gut zu bewältigen.

Endstation Campingplatz Retgendorf

Die Strecke

Das komplette Kartenmaterial befindet sich im "Wasserwander Atlas Mecklenburger Gewässer und Boddengewässer" des VEB Tourist Verlag. Der Wasserwanderatlas wurde nach der Wende von einem anderen Verlag neu aufgelegt (im Buchhandel zu erfragen).